Daumenlutschen ist eine sehr häufige Angewohnheit bei Säuglingen. Es wird tatsächlich bis zu einem bestimmten Alter als vorteilhaft für das Kind angesehen, wonach es die Entwicklung der Zähne und des Gesichtsskeletts ernsthaft beeinträchtigen kann. Wir haben die Details.

Warum lutschen Kinder an ihren Daumen?

Babys werden mit einem natürlichen “Wurzel- und Saug” -Instinkt geboren, was im Grunde bedeutet, dass sie ein natürliches Bedürfnis haben, an etwas zu saugen. Diese Angewohnheit des Daumenlutschens kann sogar im Mutterleib sichtbar sein. Babys bekommen ein Gefühl von Komfort und Sicherheit, wenn sie an ihren Daumen oder Schnullern saugen. Es hilft ihnen, sich zu beruhigen, mit Angstzuständen, Stress, Unruhe, Angstgefühlen umzugehen oder sogar wenn sie nicht schlafen können.

Aus diesem Grund gilt das Saugen des Daumens bei Säuglingen bis zum Alter von etwa drei Jahren als völlig normal und sogar für die Babys von Vorteil.

Kann Daumenlutschen oder die Verwendung von Schnullern die Zähne des Kindes beeinträchtigen?

Die Antwort auf diese Frage hängt von mehreren Faktoren ab. Das erste ist das Alter, bis zu dem der Daumen saugt oder Schnuller verwendet wird, und das andere ist die Intensität, mit der das Kind am Daumen saugt.

Die bleibenden Zähne beginnen im Alter von fünf bis sechs Jahren auszubrechen, und die Eltern müssen sich keine Sorgen machen, wenn die Angewohnheit des Daumenlutschens vor diesem Alter aufhört. Im Allgemeinen raten Kinderärzte oder Kinderzahnärzte jedoch, dass die Daumenlutschgewohnheit ab einem Alter von drei Jahren “getreten” werden sollte.

Die Intensität und Dauer des Daumenlutschens ist eine wichtige Überlegung, wenn es um die Auswirkungen des Daumenlutschens geht. Wenn das Kind den Daumen nur passiv im Mund hält, ist der verursachte Schaden nicht groß und die Gewohnheit ist auch leichter zu brechen. Wenn das Kind dagegen über einen längeren Zeitraum kräftig am Daumen saugt, kann die Entwicklung der Zähne sowie die Gesichtsstruktur irreversibel geschädigt werden.

Welche Schäden werden an den Zähnen durch Daumenlutschen verursacht?

  • Die erste und auffälligste Veränderung, die sich aus der Daumenlutschgewohnheit ergibt, ist die Entwicklung eines “offenen Bisses”. Die oberen vorderen und unteren Zähne sind nach außen aufgeweitet und treffen sich nicht, wenn das Kind den Mund schließt.
  • Die andere große Veränderung ist eine Veränderung der Form des sich entwickelnden Gaumens. Die normale Form des Gaumens ist fast halbkreisförmig, kann aber nach längerer Daumenlutschzeit sehr scharf und fast spitz werden. Dieser Zusammenbruch in Form des Gaumens ist in der Entwicklung des Gesichtsskeletts sichtbar und beeinträchtigt auch den normalen Durchbruch der Zähne.

Ist die Verwendung eines Schnullers besser als das Saugen am Daumen?

Während die längere Verwendung von beidem keine gute Option ist, ist ein Schnuller definitiv das geringere der beiden Übel. Es ist viel einfacher, die Gewohnheit, einen Schnuller zu verwenden, zu brechen, als die Gewohnheit, am Daumen zu saugen, zu beenden. Die emotionale Komponente der Gewohnheit ist bei Verwendung eines Schnullers viel schwächer. Außerdem ist es physikalisch viel schwieriger, mit einem Schnuller die gleiche Kraft auf den Gaumen auszuüben als mit dem Daumen. Dies erschwert eine körperliche Verformung des Gaumens bei Verwendung eines Schnullers erheblich.

Eltern sollten jedoch bedenken, dass das Auftreten von Mittelohrentzündungen bei der Verwendung von Schnullern häufiger auftritt, insbesondere wenn das Kind älter als drei Jahre wird.

Wie kann die Daumenlutschgewohnheit gebrochen werden?

Es ist ratsam, mit dem Kinderarzt oder einem Kinderzahnarzt zu sprechen, während Sie versuchen, die Daumenlutschgewohnheit zu beenden, damit eine klare Vorstellung von dem Problem verstanden werden kann.

Es gibt einige einfache Techniken, die angewendet werden können, wie positive Verstärkung, Verwendung einer Fingerabdeckung oder eines Pflasters oder zahnärztliche Hilfsmittel, um das Kind physisch am Daumenlutschen zu hindern.

Daumenlutschen ist eine emotionale Reaktion auf Stress und daher wird es nicht empfohlen, das Kind zu schreien oder zu beschimpfen. Ignorieren Sie stattdessen das Kind, wenn Sie Daumenlutschen bemerken, und loben Sie das Kind stattdessen, wenn ein Teil der Zeit ohne Gewohnheit gesehen wird.

Dieses Lob oder andere Belohnungen können nach und nach in zunehmenden Abständen gegeben werden, um die Gewohnheit zu brechen. Ein Pflaster oder eine Fingerabdeckung ist eine gute Option, sollte dem Kind jedoch nicht aufgezwungen werden. Deshalb sind ältere Kinder, die die Gewohnheit aufgeben und die unternommenen Anstrengungen verstehen wollen, gute Kandidaten für diese Methode.

In schweren Fällen kann die Verwendung eines als Krippe bezeichneten Zahnarzneimittels dazu beitragen, die Angewohnheit des Daumenlutschens physisch zu verhindern. Dies ist die letzte Maßnahme und wird erst verwendet, nachdem alle anderen Methoden nicht funktioniert haben.

Fazit

Daumenlutschen und die Verwendung eines Schnullers können im Säuglingsalter völlig normal sein und sind in den meisten Fällen eine selbstlimitierende Angewohnheit. Es ist jedoch wichtig, dass sich die Eltern der potenziell schädlichen Auswirkungen des langfristigen Daumenlutschens bewusst sind und vorbeugende Methoden anwenden, wenn die Gewohnheit über das dritte Lebensjahr hinaus anhält.

Quellen:
[1] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25514257
[2] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1950969
[3] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2676311
[4] Photo courtesy of SteadyHealth